Hege und Pflege

Jäger übernehmen vielfältige Aufgaben zur Sicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen des Wildes, die weit über die reine Bejagung hinausgehen:

1. Lebensraumpflege und Biotopgestaltung

Jäger erhalten und schaffen naturnahe Lebensräume wie Feuchtbiotope, Wildwiesen und Hecken. Sie legen Wildäcker und Ökostreifen an, um das Nahrungsangebot zu verbessern, und verhindern das Zuwachsen von Almflächen.

2. Wildtiergesundheit und Seuchenprävention

Durch regelmäßiges Monitoring erkennen Jäger Krankheiten wie die Afrikanische Schweinepest frühzeitig. Sie reduzieren übermäßige Wilddichten, um Seuchenausbrüche zu verhindern.

3. Wildschadensvermeidung und Landschaftsschutz

Jäger regulieren Wildbestände, um Fraßschäden in Land- und Forstwirtschaft zu begrenzen. Gleichzeitig schützen sie durch angepasste Bejagung die natürliche Waldverjüngung ohne Zäune.

4. Artenschutz und Biodiversität

Durch gezielte Hegemaßnahmen fördern Jäger bedrohte Arten und erhalten die Artenvielfalt. Dies umfasst auch das Anbringen von Nisthilfen und die Schaffung von Ruhezonen.

5. Wildfütterung und Äsungspflege

In Notzeiten stellen Jäger artgerechtes Futter bereit. Sie managen natürliche Äsungsflächen und Salzlecken, um das Wild ganzjährig zu versorgen.

6. Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement

Jäger klären über richtiges Verhalten in Wildlebensräumen auf, um Störungen zu minimieren. Sie wirken als Vermittler zwischen Naturnutzern, Landwirten und dem Wild.

7. Revierüberwachung und Infrastrukturpflege

Regelmäßige Revierrundgänge dienen der Kontrolle von Hochsitzen, Kirrungen und Wildkameras. Jäger bauen und warten jagdliche Einrichtungen wie Ansitze und Futterstellen.

Rechtliche Grundlagen

Gesetzlich verpflichtet sind Jäger zur Erhaltung eines artenreichen Wildbestands, zur Verbesserung der Lebensgrundlagen und zur Vermeidung wirtschaftlicher Wildschäden – festgeschrieben in Jagdgesetzen wie dem BbgJagdG und Bayerischen Jagdgesetz.